Windows 10 Support-Ende: Was Unternehmen jetzt tun müssen
Am 14. Oktober 2025 hat Microsoft den Support für Windows 10 beendet. Wer heute noch Windows-10-Rechner im Firmennetz betreibt, arbeitet ohne kostenlose Sicherheitsupdates – und die Übergangslösung ESU wird jedes Jahr doppelt so teuer. Dieser Ratgeber zeigt die drei realistischen Optionen und einen Fahrplan, der ohne Big Bang auskommt.
Stand: Juli 2026 · ca. 6 Min. Lesezeit · HUNARI Redaktion
Das Wichtigste in Kürze
Windows 10 erhält seit dem 14. Oktober 2025 keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Unternehmen haben drei Optionen: die Migration auf Windows 11, den Austausch nicht kompatibler Hardware – oder kostenpflichtige Extended Security Updates (ESU) als Brücke. ESU kostet im ersten Jahr 61 US-Dollar pro Gerät und verdoppelt sich jährlich auf 122 und 244 US-Dollar, maximal bis Oktober 2028.
Warum ungepatchte Systeme kein Kavaliersdelikt sind
Ein Windows-10-Rechner läuft nach dem Support-Ende unverändert weiter – genau das macht die Lage tückisch. Jede Sicherheitslücke, die ab jetzt entdeckt wird, bleibt auf ungeschützten Systemen dauerhaft offen. Angreifer wissen das: Systeme nach dem Support-Ende gehören erfahrungsgemäß zu den bevorzugten Zielen, weil bekannte Schwachstellen dort zuverlässig funktionieren.
Für Unternehmen kommen handfeste Folgerisiken dazu. Cyber-Versicherungen fragen den Patch-Stand in ihren Risikofragebögen ab; wer veraltete Systeme betreibt, riskiert im Schadensfall Diskussionen um die Leistungspflicht. Und die DSGVO verlangt in Art. 32 angemessene technische Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten – ein Betriebssystem ohne Sicherheitsupdates ist dabei schwer zu rechtfertigen. Wie ein mehrschichtiges Schutzkonzept aussieht, zeigt unsere Leistungsseite IT-Security für Unternehmen.
Die drei Optionen im Überblick
In der Praxis fährt kaum ein Unternehmen nur eine Strategie – meist ist es eine Kombination aus Migration, gezieltem Austausch und ESU für wenige Sonderfälle.
Option 1: Migration auf Windows 11
Der Standardweg für kompatible Hardware
Geräte, die TPM 2.0, Secure Boot und eine unterstützte CPU mitbringen, lassen sich direkt auf Windows 11 heben – Lizenzkosten fallen für das Upgrade selbst nicht an. Der Aufwand liegt in der Vorbereitung: Anwendungs-Kompatibilität prüfen, Profile und Daten sichern, Gruppenrichtlinien und Sicherheitseinstellungen nachziehen.
Sinnvoll für alle Geräte ab etwa Baujahr 2018/2019, die den Hardware-Check bestehen.
Option 2: Hardware-Refresh
Wenn die Geräte durchfallen
Rechner ohne TPM 2.0 oder mit zu alter CPU sind meist fünf Jahre und älter – also ohnehin am Ende ihres wirtschaftlichen Lebenszyklus. Statt in ESU-Gebühren für Altgeräte zu investieren, ist der Austausch gegen aktuelle Business-Hardware mit vorinstalliertem Windows 11 in der Regel die nachhaltigere Rechnung.
Sinnvoll, wenn ESU-Kosten über drei Jahre den Restwert des Geräts übersteigen.
Option 3: ESU als Brücke
Zeit kaufen – zu steigenden Preisen
Extended Security Updates liefern weiter Sicherheitspatches, aber keine neuen Funktionen und keinen Support. Der Preis verdoppelt sich jedes Jahr – Microsoft macht damit unmissverständlich klar, dass ESU ein Übergangsinstrument ist. Für einzelne Spezialsysteme, deren Fachanwendung noch nicht Windows-11-tauglich ist, kann die Brücke dennoch wirtschaftlich sein.
Sinnvoll nur gezielt für Systeme mit harten Migrationsblockern – nicht als Flottenstrategie.
ESU-Kosten: Der Preis verdoppelt sich jährlich
Das Extended-Security-Updates-Programm für Unternehmen läuft über Volumenlizenzierung bzw. Cloud-Anbieter und liefert ausschließlich Sicherheitsupdates – keine neuen Funktionen, keinen technischen Support. Die Preisstruktur ist bewusst als Migrationsdruck angelegt:
| ESU-Zeitraum | Listenpreis | Einordnung |
|---|---|---|
| Jahr 1 (bis Okt. 2026) | 61 USD / Gerät | Bei deutschen Händlern je nach Anbieter ab ca. 79 € netto |
| Jahr 2 (bis Okt. 2027) | 122 USD / Gerät | Preis verdoppelt sich; Einstieg erfordert Nachzahlung der Vorjahre |
| Jahr 3 (bis Okt. 2028) | 244 USD / Gerät | Letztes ESU-Jahr – danach endet das Programm endgültig |
Rechenbeispiel: Wer 25 Altgeräte drei Jahre lang per ESU absichert, zahlt nach Listenpreis insgesamt rund 10.675 US-Dollar – dafür bekommt man bereits einen erheblichen Teil einer Hardware-Erneuerung. Wichtig für Privatanwender-Vergleiche: Das im EWR kostenlose Consumer-ESU (mit Microsoft-Konto, bis Oktober 2027) gilt ausdrücklich nicht für Firmen-Geräte in Domänen- oder MDM-Verwaltung.
Migrations-Fahrplan: In vier Schritten zu Windows 11
So gehen wir als IT-Systemhaus in Düsseldorf bei Windows-11-Migrationen im Mittelstand vor – planbar, in Wellen und ohne dass ganze Abteilungen stillstehen:
1. Inventur
Alle Windows-10-Geräte erfassen: Modell, Baujahr, TPM-Status, CPU-Generation, installierte Fachanwendungen. Ohne vollständige Inventur ist jede Kostenschätzung Kaffeesatzleserei.
2. Kompatibilität bewerten
Geräte in drei Gruppen sortieren: Windows-11-tauglich (migrieren), nicht tauglich (ersetzen), Sonderfälle mit Software-Blockern (ESU prüfen). Fachanwendungen beim Hersteller auf Windows-11-Freigabe abklopfen.
3. Pilotphase
Eine kleine Gruppe repräsentativer Arbeitsplätze zuerst migrieren – inklusive der kritischsten Fachanwendungen. Was hier reibungslos läuft, läuft im Rollout fast immer reibungslos.
4. Rollout in Wellen
Abteilungsweise migrieren statt Big Bang: Ersatzgeräte vorbereitet ausrollen, Daten und Profile übernehmen, Altgeräte zertifiziert löschen und verwerten. Nachzügler mit Migrationsblockern gezielt über ESU absichern.
Die Bausteine dafür finden Sie bei uns aus einer Hand: standardisierte Arbeitsplätze über den Managed Workplace, Auswahl und Beschaffung neuer Business-Geräte über unsere IT-Beschaffung und die passende Cloud-Anbindung mit Microsoft 365. Läuft die Migration bereits schief oder steht ein Altsystem still, hilft unser IT-Notdienst in Düsseldorf.
Häufige Fragen zum Windows 10 Support-Ende
Kann ich Windows 10 nach dem Support-Ende weiter nutzen?
Technisch ja – die Systeme laufen weiter. Aber ohne Sicherheitsupdates wird jede neu entdeckte Schwachstelle dauerhaft offen bleiben. Für Unternehmen kommt hinzu: Ungepatchte Systeme sind ein Compliance-Risiko, etwa gegenüber Cyber-Versicherungen und im Rahmen der DSGVO-Pflicht zu angemessenen technischen Maßnahmen.
Was kostet das ESU-Programm für Unternehmen?
Microsoft verlangt im ersten Jahr 61 US-Dollar pro Gerät, im zweiten 122 und im dritten 244 US-Dollar – der Preis verdoppelt sich jährlich. Bei deutschen Händlern lag das erste ESU-Jahr je nach Anbieter bei rund 79 Euro netto pro Gerät. Nach spätestens drei Jahren (Oktober 2028) endet das Programm endgültig.
Gilt das kostenlose Verbraucher-ESU auch für Firmen-PCs?
Nein. Die kostenlose bzw. günstige Consumer-Variante (im EWR bis Oktober 2027 mit Microsoft-Konto) gilt nur für private Geräte. Rechner, die in einer Domäne oder per MDM verwaltet werden, sind ausgeschlossen – Unternehmen müssen das kostenpflichtige Volumenlizenz-ESU nutzen.
Welche Hardware-Anforderungen stellt Windows 11?
Windows 11 verlangt unter anderem TPM 2.0, UEFI mit Secure Boot und eine unterstützte CPU (grob: Intel ab 8. Generation, AMD Ryzen ab 2000er-Serie). Viele Business-Geräte ab Baujahr 2018/2019 erfüllen das – ältere Rechner fallen durch und müssen ersetzt werden.
Wie lange dauert eine Windows-11-Migration im Mittelstand?
Für 20 bis 50 Arbeitsplätze sind realistisch vier bis zwölf Wochen einzuplanen: Inventur und Kompatibilitätsprüfung, Beschaffung von Ersatzgeräten, Pilotphase mit Schlüsselanwendungen und anschließender Rollout in Wellen. Der eigentliche Umstieg pro Arbeitsplatz ist mit sauberer Vorbereitung in wenigen Stunden erledigt.
Noch Windows-10-Geräte im Einsatz?
Wir erstellen eine kostenlose Bestandsaufnahme Ihrer Windows-10-Flotte: Welche Geräte sind Windows-11-tauglich, wo lohnt der Austausch, wo ist ESU die wirtschaftlichere Brücke – als IT-Dienstleister aus Düsseldorf für Unternehmen in ganz NRW.
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Weiterführend: Managed Workplace · IT-Beschaffung · Exchange 2016/2019 Support-Ende
