Glossar · IT-Betrieb

RTO & RPO

Recovery Time Objective / Recovery Point Objective

Einfach erklärt: was RTO & RPO ist, wie es funktioniert und was es für Ihr Unternehmen bedeutet.

  • 01Themenfeld · IT-Betrieb
  • 02Lesezeit · 2 Min.
  • 03Stand · Oktober 2026

Kurz erklärt

RTO & RPO (Recovery Time Objective und Recovery Point Objective) sind zwei Kennzahlen für die Notfallplanung. Das RTO legt fest, wie lange ein System nach einem Ausfall höchstens stehen darf. Das RPO legt fest, wie viel Datenverlust höchstens hinnehmbar ist, gemessen als Zeitspanne bis zur letzten Sicherung. Beide Werte bestimmen, wie Backup und Wiederherstellung aufgebaut werden müssen.

Was ist RTO & RPO?

Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich. Ein RPO von vier Stunden heißt: Im schlimmsten Fall gehen die Eingaben der letzten vier Stunden verloren, also muss mindestens alle vier Stunden gesichert werden. Ein RTO von acht Stunden heißt: Spätestens acht Stunden nach dem Ausfall muss das System wieder laufen. Das RPO blickt also zurück auf die Daten, das RTO nach vorn auf die Ausfallzeit.

RTO und RPO sind Ziele, keine Messwerte. Ob sie erreicht werden, zeigt erst ein Wiederherstellungstest. Sie werden meist in einer Business-Impact-Analyse für jedes wichtige System einzeln festgelegt, denn das Warenwirtschaftssystem ist oft dringender als das Archiv. Kurze Werte erfordern mehr Technik, etwa häufigere Sicherungen, Replikation oder Ersatzsysteme. Die 3-2-1-Backup-Regel beschreibt, wo Kopien liegen. RTO und RPO beschreiben, wie schnell und wie aktuell sie verfügbar sein müssen.

Für einen Mittelständler sind RTO und RPO vor allem eine Geschäftsentscheidung, keine reine IT-Frage. Die Geschäftsführung sollte festlegen, wie lange ein Ausfall von Buchhaltung, E-Mail oder Produktion verkraftbar ist. Danach lässt sich prüfen, ob die vorhandene Sicherung das leisten kann. Ein erster Schritt ist eine kurze Liste der fünf wichtigsten Systeme mit je einem gewünschten RTO und RPO und ein Test, ob die Wiederherstellung in dieser Zeit gelingt.

Typisches Szenario

Ein Onlinehändler mit 35 Beschäftigten legt fest, dass der Shop nach einem Ausfall höchstens vier Stunden offline sein darf und höchstens eine Stunde Bestellungen verloren gehen dürfen. Ein Test zeigt, dass die bisherige nächtliche Sicherung dieses RPO nicht erfüllt. Die Sicherung der Datenbank wird deshalb auf stündlich umgestellt.

Beispielhafte Situation zur Veranschaulichung, kein Kundenprojekt.

Häufige Fragen zu RTO & RPO

Was ist der Unterschied zwischen RTO und RPO?

Das RTO beschreibt die maximale Ausfallzeit, also wie schnell ein System wieder laufen muss. Das RPO beschreibt den maximalen Datenverlust, also wie alt die letzte Sicherung höchstens sein darf. Ein System kann schnell wieder laufen und trotzdem Daten eines ganzen Tages verlieren. Deshalb braucht jede Notfallplanung beide Werte.

Wer legt RTO und RPO in einem Unternehmen fest?

Die Werte sollte die Geschäftsführung gemeinsam mit den Fachbereichen festlegen, denn sie hängen davon ab, was ein Ausfall das Unternehmen kostet. Die IT oder der IT-Dienstleister prüft dann, welche Technik dafür nötig ist und was sie kostet. Am Ende sollten die Werte schriftlich festgehalten und regelmäßig getestet werden.

Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

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