Glossar · IT-Security

Ransomware

Einfach erklärt: was Ransomware ist, wie es funktioniert und was es für Ihr Unternehmen bedeutet.

  • 01Themenfeld · IT-Security
  • 02Lesezeit · 2 Min.
  • 03Stand · Oktober 2026

Kurz erklärt

Ransomware ist Schadsoftware, die Daten und Systeme eines Unternehmens verschlüsselt und erst gegen Zahlung eines Lösegelds wieder freigeben soll. Oft stehlen die Angreifer vorher zusätzlich Daten und drohen mit deren Veröffentlichung. Für betroffene Unternehmen bedeutet ein solcher Angriff meist Stillstand, weil Dateien, Programme und teilweise auch Backups nicht mehr nutzbar sind.

Was ist Ransomware?

Ein Ransomware-Angriff beginnt selten mit der Verschlüsselung. Meist verschaffen sich Angreifer zuerst Zugang, etwa über eine Phishing-Mail, ein gestohlenes Passwort oder eine ungepatchte Schwachstelle. Danach bewegen sie sich oft tagelang unbemerkt im Netz, suchen wertvolle Daten und versuchen, Backups zu löschen. Erst am Ende starten sie die Verschlüsselung, häufig nachts oder am Wochenende, und hinterlassen eine Lösegeldforderung.

Von doppelter Erpressung spricht man, wenn neben der Verschlüsselung auch gestohlene Daten veröffentlicht werden sollen. Ransomware ist damit nicht nur ein Technik-, sondern auch ein Datenschutzproblem: Sind personenbezogene Daten betroffen, besteht nach Art. 33 DSGVO in der Regel eine Meldepflicht an die Aufsichtsbehörde innerhalb von 72 Stunden. Das BSI rät grundsätzlich davon ab, Lösegeld zu zahlen, weil eine Zahlung keine Wiederherstellung sicherstellt.

Für einen Mittelständler entscheidet vor allem die Vorbereitung über das Ausmaß des Schadens. Dazu gehören zeitnahe Updates, MFA, eine Endpoint-Lösung wie EDR und vor allem Backups, die Angreifer nicht verändern oder löschen können. Genauso wichtig ist ein schriftlicher Notfallplan: Wer entscheidet, wer wird angerufen, welche Systeme haben Vorrang? Ein erster Schritt ist ein Wiederherstellungstest mit einem wichtigen System, um zu sehen, ob die Backups im Ernstfall wirklich tragen.

Typisches Szenario

In einem Produktionsbetrieb mit 80 Arbeitsplätzen sind an einem Montagmorgen die Dateiserver verschlüsselt. Weil eine unveränderliche Sicherungskopie außerhalb des Netzes existiert und ein Notfallplan vorliegt, kann das Team die Systeme in vorher festgelegter Reihenfolge wiederherstellen, statt über eine Zahlung zu verhandeln.

Beispielhafte Situation zur Veranschaulichung, kein Kundenprojekt.

Häufige Fragen zu Ransomware

Soll man bei Ransomware das Lösegeld zahlen?

Das BSI und die Polizei raten grundsätzlich davon ab. Eine Zahlung finanziert weitere Angriffe und stellt nicht sicher, dass die Daten wieder lesbar werden oder gestohlene Daten nicht doch veröffentlicht werden. Besser ist es, vorab funktionierende Backups und einen Notfallplan zu haben. Im Ernstfall sollten Sie Fachleute und die Polizei einbeziehen.

Schützt ein Virenscanner vor Ransomware?

Ein klassischer Virenscanner erkennt bekannte Schadsoftware, neue Varianten aber oft nicht. Moderne Lösungen wie EDR achten zusätzlich auf verdächtiges Verhalten, etwa das massenhafte Verschlüsseln von Dateien. Einen vollständigen Schutz bietet kein einzelnes Produkt. Wirksam ist die Kombination aus Updates, MFA, Überwachung und unveränderlichen Backups.

Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

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