Kurz erklärt
Phishing ist eine Betrugsmethode, bei der Angreifer gefälschte E-Mails, Nachrichten oder Webseiten nutzen, um an Passwörter, Zahlungsdaten oder andere vertrauliche Informationen zu gelangen. Die Nachrichten sehen aus, als kämen sie von einer bekannten Bank, einem Lieferanten oder der eigenen Geschäftsführung. Ziel ist, dass der Empfänger einen Link anklickt, einen Anhang öffnet oder Daten preisgibt.
Was ist Phishing?
Eine Phishing-Nachricht baut fast immer Druck auf: ein angeblich gesperrtes Konto, eine offene Rechnung oder eine dringende Bitte der Chefin. Der Link führt auf eine täuschend echte Anmeldeseite, die eingegebene Daten direkt an den Angreifer weiterleitet. Andere Varianten enthalten einen Anhang mit Schadsoftware. Mit KI-Werkzeugen sind solche Texte heute oft fehlerfrei formuliert, deshalb taugen Rechtschreibfehler kaum noch als Erkennungsmerkmal.
Es gibt mehrere Spielarten. Spear-Phishing richtet sich gezielt an eine Person mit passenden Details aus dem Unternehmen. Beim CEO-Fraud gibt sich jemand als Geschäftsführer aus und fordert eine Überweisung. Smishing nutzt SMS, Vishing Telefonanrufe. Phishing ist häufig der erste Schritt eines größeren Angriffs, etwa mit Ransomware. Technische Filter fangen viele Nachrichten ab, aber nie alle.
Für ein mittelständisches Unternehmen helfen drei Ebenen zusammen: technische Filter für E-Mails, MFA für alle wichtigen Konten und regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden. Ebenso wichtig ist ein klarer Meldeweg. Wer eine verdächtige Nachricht bekommt oder versehentlich geklickt hat, muss wissen, wen er sofort informiert. Ein guter erster Schritt ist eine feste Regel für Zahlungen: Neue Kontodaten werden immer telefonisch über eine bekannte Nummer bestätigt.
Typisches Szenario
Die Buchhaltung eines Großhändlers mit 50 Beschäftigten erhält eine E-Mail, angeblich vom Stammlieferanten, mit neuer Bankverbindung. Die Mitarbeiterin ruft vor der Zahlung unter der bekannten Nummer an und erfährt, dass der Lieferant nichts geändert hat. Die Nachricht wird gemeldet und für alle Postfächer gesperrt.
Beispielhafte Situation zur Veranschaulichung, kein Kundenprojekt.
Häufige Fragen zu Phishing
Woran erkenne ich eine Phishing-Mail?
Achten Sie auf Zeitdruck, ungewöhnliche Bitten und Absenderadressen, die nur fast stimmen. Fahren Sie mit der Maus über Links, ohne zu klicken, und prüfen Sie die tatsächliche Adresse. Im Zweifel melden Sie sich direkt beim angeblichen Absender, über eine Ihnen bekannte Telefonnummer oder Webseite, nicht über die Angaben in der Nachricht.
Was tun, wenn ich auf einen Phishing-Link geklickt habe?
Informieren Sie sofort Ihre IT oder Ihren IT-Dienstleister. Haben Sie ein Passwort eingegeben, ändern Sie es umgehend, auch bei anderen Diensten mit demselben Passwort. Trennen Sie das Gerät vom Netz, wenn ein Anhang geöffnet wurde. Schnelles Melden ist wichtiger als Scham, denn jede Minute zählt bei der Eindämmung.
Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.